SPD Dieburg

Geschichte der Dieburger SPD


Der SPD-Ortsverein Dieburg wird in mehreren Kapiteln, die in unregelmäßiger Folge hier erscheinen werden, seine Geschichte seit der Gründung im Jahre 1903 veröffentlichen.


Die Achtziger (Fortsetzung)

Kommunalpolitische Forderungen und Zielsetzungen in den
1980er-Jahren

Kommunalpolitische Forderungen der SPD in den 80ern waren im sozialen Bereich mehr Chancengleichheit bezüglich benachteiligter Bevölkerungsgruppen (Kinder, Jugendliche, ältere Mitbürger, Einkommensschwache, ausländische Arbeitnehmer). Politische Ziele waren die Erhöhung der Lebensqualität und Lebensbedingungen, mehr Bürgerbeteiligung, Vereins­förderung, sozialer Wohnungsbau und günstige Bodenpreise für bauwillige Familien. Hin­sich­tlich der demografischen Entwicklung wurde auch die Einrichtung eines Seniorentreffs gefordert. Für die Jugendlichen wurde nach dem Abriss des alten Feuerwehrhauses (neben dem Fechenbach-Schloss) ein Jugendcafe „Auf der Leer“ gebaut. Die Gründung des Stadt­jugend­ringes war maßgeblich einer Initiative der Jungsozialisten (Jusos) zu verdanken, die mit Holger Poth den ersten Vorsitzenden stellten. Die Sozialdemokraten wünschten sich eine bessere Koordination der Vereinsveranstaltungen durch Herausgabe eines Vereins­kalen­ders.

Städtebaulich setzte sich die SPD für einen Sanierungsplan des historischen Stadtkerns (schrittweise Einbeziehung des Marktplatzes in den Fußgängerbereich, Restaurierung des Badhauses und der Badgasse, stärkere finanzielle Förderung sanierungswilliger Haus­besitzer in der Innenstadt) ein, da ohne Sinn für Harmonie und Stil jahrelang sanierungs­fähige Gebäude abgerissen und durch weniger schöne Betonbauten ersetzt wurden. Die Sanierung der alten und historichen Gebäude führte dazu, dass Dieburg heute zur Fach­werk­straße gehört und viele Touristen aus dem In- und Ausland anlockt. Leider konnte der Abriss des Cafe Meyer nicht verhindert werden. Das Cafe Meyer sollte nach Ansicht der SPD erhalten bleiben und hätte eine einheitliches Ensemble mit den nebenan liegenden Fachwerkhäusern bilden können. Die Schließung des innerstädtischen Ringes sollte durch eine Verbindungstraße zwischen L3094 und Rheingaustraße (Westtangente) ermöglicht werden. Mitte der Achtziger sorgte die „Klärung der Abwasser“ für große Debatten. Damals wollten Dieburg, Groß-Zimmern und Roßdorf aus Kosten- und Umweltgründen eine gemein­same Kläranlage errichten. Dieser Gedanke wurde von der CDU wieder verworfen, Dieburg behielt seine eigene Kläranlage.

Schon seit Jahrzehnten wurde und wird der Ausbau von Fuß- und Radwegen gefordert, bei­spielsweise im Kommunalwahlprogramm 1985: Im innerstädtischen Bereich ist eine Rad-Fuß­wege-Verbindung vom Bahnhof auf der alten Bahntrasse bis zum Südwestring zu­wirk­lichen; der Weg soll an den bestehenden asphaltierten Weg nach Groß-Zimmern ange­bun­den werden – auch die modellhafte Erprobung eines städtischen Busringverkehrs wurde schon 1981 gewünscht (siehe 1990er-Jahre – AST).

Bürgermeisterkandidaten der SPD Dieburg waren in den 1980er-Jahren Roland Resch und Monika Dambier-Blank.

 

Aktivitäten des SPD-Ortsvereins

Der SPD-Ortsverein organisierte in Zusammenarbeit mit den Jusos und der Arbeits­gemein­schaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) zahlreiche Kinder- und Familienfeste sowie Wanderungen, die stets großen Zuspruch fanden. Weitere Themen, die in den 1980er-Jahren den SPD-Ortsverein beschäftigten, waren die Volkszählung (1983), die Lindenfällung in der Kettelerstraße, der Abriss des Cafe Meyer, das Schwimmbad, der Umbau des Mainzer Hofes zum Hotel, der Bau des Ringerheimes und des Jugendcafes sowie die Einstellung eines Sozialarbeiters, die Unterstützung des Vereins Horizont e. V. usw. Unter anderem wurde durch den immer dichter werdenden Verkehr und der zunehmenden Anzahl von Park­sündern die Einstellung eines Hilfspolizisten gefordert.

Der SPD-Ortsverein engagierte sich sozial über die Grenzen Dieburgs hinaus. 1984 unter­stützte der SPD-Ortsverein im Rahmen einer Patenschaft die Schulbildung für ein sechs­jähriges Mädchen in Chile. Das Mädchen wurde auch mit Kleider- und Spielzeugspenden unterstützt.

Der SPD-Ortsverein musste 1987 von Anneliese Blank und 1989 von Josef Blank Abschied nehmen. Anneliese Blank verstarb am 20.05.1987 und Josef Blank am 24.06.1989. Beide waren über Jahrzehnte in der Dieburger SPD sehr engagiert.

In der Zeit von 1985 bis 1992 war Dr. Michael Reuter, später hessischer Landtags­ab­ge­ord­neter, 1. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

(Wird fortgesetzt...)

Bisher veröffentlicht:

01 Einleitung und Gründung 1903

02 Die Zeiten zwischen den Kriegen

03 Als die SA der Genossen Flagge einholte - Die Nachkriegszeit

04 Die erste Kommunalwahl nach dem Nationalsozialismus - Kommunalwahlen 1948, 1952, 1956

05 Die Kommunalwahlen in den 1960er-Jahren

06 Die Kommunalwahlen ab 1972

06a Kommunalpoltische Ziele und Forderungen in der 1970er-Jahren

06b Aktivitäten des SPD- Ortsvereins in den 1970er- Jahren

07 Die Achtziger - Kommunalwahlen 1981, 1985 und 1989