

Ortsvereine
Gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern haben die SPD-Ortsvereine Eppertshausen, Dieburg und Münster die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Osthofen bei Worms besucht. Im Mittelpunkt der Fahrt standen die Geschichte des frühen NS-Terrors und die Frage, welche Verantwortung sich daraus für die Demokratie heute ableiten lässt.
Rahmen einer ausführlichen Führung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des KZ Osthofen. Das Lager wurde bereits im März 1933, wenige Wochen nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, in einem ehemaligen Fabrikgebäude eingerichtet. Bis zu seiner Auflösung Anfang Juli 1934 waren dort mehr als 3.000 Menschen inhaftiert. Unter den Gefangenen befanden sich insbesondere politische Gegner des NS-Regimes, darunter Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, aber auch jüdische Menschen.
Besonders erschütternd war die Erkenntnis, dass die Nationalsozialisten die Existenz des Lagers keineswegs geheim hielten. Die Bezeichnung „Konzentrationslager Osthofen“ war weithin sichtbar angebracht. Umso nachdenklicher stimmte die Teilnehmer die Tatsache, dass bis heute vereinzelt versucht wird, die Existenz dieses Konzentrationslagers oder seine Bedeutung zu leugnen.
Die Führung bot immer wieder Anlass zu Fragen und Diskussionen. Dabei blieb es nicht bei der historischen Betrachtung. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Lehren aus der Geschichte für die Gegenwart gezogen werden müssen und welche Verantwortung jeder Einzelne für den Erhalt einer demokratischen Gesellschaft trägt.
Auch die aktuelle politische Entwicklung wurde intensiv diskutiert. Mit Blick auf die AfD und deren vom Verfassungsschutz festgestellte rechtsextremistische Bestrebungen waren sich die Teilnehmer einig, dass die demokratischen Kräfte gefordert sind, für die Werte des Grundgesetzes einzustehen und die Demokratie aktiv zu verteidigen.
„Der Besuch in Osthofen hat uns eindringlich vor Augen geführt, wohin die Zerstörung demokratischer Strukturen und die Ausgrenzung politischer Gegner führen können“, so das gemeinsame Fazit der Teilnehmer. Erinnerungskultur sei deshalb keine Angelegenheit der Vergangenheit, sondern eine wichtige Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft.
Die Fahrt nach Osthofen habe das Bewusstsein dafür noch einmal deutlich geschärft. Viele Teilnehmer waren sich daher einig, dass ein weiterer Besuch der Gedenkstätte zur vertieften Auseinandersetzung mit der Geschichte sehr lohnenswert wäre.
SPD-Ortsverein Dieburg
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Philipp Thoma
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