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SPD-Senioren wagen sich an brisantes Mietenthema

Kommunalpolitik

Der Veranstaltungstitel „Wohnen in der Krise – zwischen Mangel und Leerstand“ weckte für die beiden SPD-Seniorengruppen Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Dieburg im Verbund mit dem SPD-Ortsverein Dieburg als Veranstalter großes Interesse und ergab einen vollen Saal. Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von TU-Professor Dr. Björn Egner. Der Politikwissenschaftler beleuchtete die Dramatik der aktuellen Wohnsituation. Er verglich die durchaus unterschiedlichen Situationen in den Städten und Landkreisen. So lebten statistisch 53,6 Prozent in der Stadt Dieburg in Wohneigentum. Enormen Einfluss auf die Mietentwicklungen hätten die Baukosten. Professor Dr. Egner sprach von 40 Prozent Steigerung in fünf Jahren. Natürlich habe die Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus erheblichen Einfluss auf die Mietpreise.
Mit ihrer kommunalpolitischen Erfahrung stieg Landratskandidatin und aktuelle Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprössler in das Thema ein. Im Abbau der Wohnungsleerstände sah sie immer eine ihrer Aufgaben. „Seniorinnen und Senioren sind zu über 70 Prozent mit ihren zu großen Wohnflächen unzufrieden,“ so Christel Sprössler. Nicht so einfach sei es, den Zuschnitt der Wohnungen zu ändern. „Die Architekten müssen sich bewegen und Konzepte entwickeln.“ Eine Möglichkeit sieht sie auch in sogenannten Verfügungszimmern oder Gästezimmern, die in Wohnblöcken integriert sind. Von Pachtverträgen rät sie für private Hausbauer ab. Viele scheuten aus Angst vor Problemen mit Mietern, ihre Wohnungen anzubieten. Dem könnten Städte und Gemeinden mit der Übernahme von Zwischenmietverträgen entgegenwirken.
Die lebhafte Diskussion bewegte sich teils um Kostensenkungen beim Bauen und Klimaschutz. Der Umbau des Baurechtes in diese Richtung sei im Gange. Allgemeines Lob bekam das Genossenschaftmodell GeWoBau, bezahlbarer Wohnraum für Bürgerinnen und Bürger mit mittleren Einkommen in Pfungstadt.

Christel Sprössler lehnte den Mietspiegel, wie er in der Stadt Darmstadt gehandhabt wird ab. „Hier fließen vor allen die aktuellen neuen Mieten ein. Ich bevorzuge das Modell von Roßdorf mit einer komplexen Durchschnittsmiete.“ „Bezahlbarer Wohnraum wird uns in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Mit Innovationen wird die Politik immer neu an die Problematik herangehen müssen,“ so die beiden SPD-Seniorengruppen.

SPD-Ortsverein Dieburg

 
 

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